Signalskitchen's Blog

HF, VHF, UHF: Monitoring, DXing, SWL, Signal-Analyse & SDR

Archiv für Juli, 2010

Presse-Spiegel August 2010

Die August-Ausgaben der drei tonangebenden Funkzeitschriften in Deutschland befassen sich unisono in großen Berichten mit der diesjährigen Ham Radio. Neben den Neuheiten stehen vor allem die Auswirkungen der Umstrukturierung des Flohmarkts im Interesse der Autoren. Ob die Verlegung der Flohmarkthändler weg aus dem Flohmarktbereich hin in den Händlerbereich die richtige Entscheidung war wird in den Artikeln zumindest leise bezweifelt.

Da es ausreichend Informationen zu den Neuheiten der Ham Radio gibt, werde ich mich im aktuellen Presse-Spiegel ausschließlich um eine Zusammenfassung zu folgenden Artikeln rund um direktabtastende SDR bemühen:

Funkamateur

Direktabtast-Transceiver für Linux, S. 814

Profitechnik für Amateure: SSB-Elektronik LAN-SDR, S. 818

Radio-Kurier

Winradios Excalibur – Ein scharfes Hör-Schwert, S. 24

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“Direktabtast-Transceiver für Linux“ Funkamateur August 2010, Seite 814

Von den Autoren Rhode und Richter wird auf vier Seiten ein der Nachbau eines CW/SSB-SDR nach dem Prinzip der Direktabtastung arbeitender TRX vorgestellt. Basis dieses Transceiver ist der von James Ahlstrom, N2ADR, entwickelte SDR den die Autoren nach eigenen Angabe leicht modifiziert haben. Das gesamte Konzept wird auf einer Platine aufgebaut, die größtenteils mit SMD-Bausteinen bestückt ist – sicherlich nicht für Jedermann zum Nachbau geeignet. Die Software (QUISK) bedient sich des Betriebssystems Linux.

Herz des über LAN zu steuernde SDR ist ein 14-Bit FPGA. Ein XO mit 122,880 MHz gibt den Takt vor.

Der Frequenzbereich wird mit 50kHz bis 60 MHz angegeben. Der IP3 (@7MHz, 10 kHz Abstand) ist mit +26dBm gemessen worden. Die Empfindlichkeit EDS liegt bei -122dBm.

Näheres zum SDR-TRX gibt es auf der Website des Entwickler James Ahlstrom (N2ADR) .

“Profitechnik für Amateure: SSB-Electronic LAN-SDR“ Funkamateur August 2010, Seite 818

Der direktabtastende RX LAN-SDR, hergestellt von der Firma MEDAV für SSB wird von Autor Harald Kuhl auf zwei Doppelseiten beleuchtet. Der „kleine Bruder“ des bekannten LAN-Receiver LR2 von der Profi-Telekommunikationsschmiede MEDAV hat ein Empfangsbereich von 100 kHz bis 30 MHz. Der IP3 liegt bei > 35dBm, der Dynamikbereich ist mit > 110dB angegeben. Die Umsetzung der Signale bewerkstelligt ein 16-Bit A/D-Wandler. Das Signal wird durch schaltbare Preselektoren entsprechend vorbehandelt. Die Empfangsbreite lässt sich in sieben Stufen wählen – 8, 15, 30, 60, 120, 250, 500 kHz. Angebunden wird der SDR primär über LAN, kann aber auch über USB 2.0 angesprochen werden. Die Software ist in der Lage Aufnahmen bis zu einer Bandbreite von 500 kHz zu speichern.

Profitechnik hat entsprechende Anforderungen an die PC_Hardware. So empfiehlt der Hersteller mindestens ein 2 GHz Dual-Core Rechner. Betriebssystem für die Software ist Windows XP (32/64 Bit).  Der Autor kommt in seinem Fazit zu dem Schluss, das Gerät sei schon bemerkenswert. Schlägt aber Verbesserungen vor. So z.B. ein individuell einstellbaren Filter, bei dem jede Filterflanke separat einstellbar sein sollte. Ferner klingt Nachbesserungsbedarf bzgl. der Bandbreite durch. Sicherlich spielt auch der Preis eine Rolle – 2.198,- Euro sind schon ordentlich.

“Winradios Excalibur – Ein scharfes Hörschwert“ Radio-Kurier August 2010, Seite 24

Wieder einmal nimmt sich Nils Schiffhauer für den Radio-Kurier technisches Gerät vor. Diesmal widmet er sein Interesse, auf drei Seiten, dem neuen HF-RX-SDR der Australischen Schmiede Winradio – dem WR-G31DDC, auch Excalibur genannt.

Der Excalibur ist ein SDR mit Direktabtastung. RX von 9 kHz bsi 50 MHz, mit einem 16-Bit A/D-Wandler, der in 1 Hz-Schritten abstimmbar ist. Der IP3 ist mit 31dBm angegeben. Die Software ermöglich eine RX-Bandbreite zwischen 20 kHz bis 2 MHz. Interessant ist, dass der SDR drei Signale parallel demodulieren kann.

Besonders hervorstechend ist, dass das GUI voll skalierbar ist, anders als beim Perseus, bei dem die Fenstergröße fest vorgegeben ist. In der GUI ist unten z.B. das gesamte RX-Spektum als „Wasserfall“ zu sehen, darüber finden sich zwei weitere Fenster, links z.B Wasserfall und rechts das eingestellte kleinere RX-Spektrum (um vielleicht die Filterbreite einzustellen).

Der Autor hat ausführliche Test als Videos aufgenommen, die man hier abrufen kann.

Der SDR ist bei SSB für 949,- Euro zu beziehen.

73, Alexander

Downconverter – voll im Trend

Mit Blick auf die Nachberichterstattung der Fachmedien zur diesjährigen Ham Radio sind RX-Downkonverter, speziell für direktabtastende SDR’s voll im Trend.

Mit gleich drei Geräten der Perses-WB genannten Reihe bietet Michael Dienel von DIENtronik entsprechende Geräte an. Ein Gerät für den Frequenzbereich 40 bis 80 MHz, dann ein Gerät für 80 bis 120 MHz und noch ein Downconverter für 120 bis 160 MHz. Die Perses-Umsetzer gibt es wahlweise in AL-Stranguß-Gehäuse (NP 219,-) oder in Weißblech-Kästen (NP 179,-).

Mal sehen, ob sich diese Geräte am Markt durchsetzen werden. Der begrenzte Frequenzbereich spielt dem ADD von Woodbox in die Karten.

73, Alexander

Fundstück: Störsender im Selbstbau

Beim durchstöbern des WWW bin ich auf ein interessantes Selbstbau-Projekt gestoßen: Der Wave Bubble Störsender von ladyada, mit dessen Hilfe z.B. GPS, UMTS, GSM und weitere Dienste gestört werden können. Das niedlich anmutende Gerät – es passt in eine Zigarettenschachtel – ist im Wesentlichen aus SMD-Teilen zusammengelötet die auf drei Platinen ihren Platz finden.

Sicherlich nicht gerade ein Jedermann-Löt-Projekt, da SMD’s nicht so leicht anzubringen sind. Zudem ist ein Messplatz mit einer gewissen Ausstattung notwendig – ebenso die Möglichkeit die Platinen herzustellen.

Aber jeder, der diese „Hindernisse“ überwunden hat, der wird sicherlich seine Freude mit dem Wave Bubble habe – wenn das selbstredend völlig illegal ist.

73, Alexander

Nachtrag:

Wem der Bau des Wave Bubble zunächst zu aufwändig erscheint, der kann sich ja zunächst mal mit einem GPS-Jammer-Bausatz einstimmen. Den gibt es für knapp 60,- Euro.

PMSDR: Neuer Downconverter für VHF und UHF als Zusatzbaugruppe

Nach dem ich Bilder der Ham Radio 2010 gesehen habe, die den neuen Downconverter für den PMSDR zeigen, bin ich neugierig geworden.

Kern des Downconverters ist ein Si570 von Silicon Labs für den Frequenzbereich 10-810 MHz. Für den VHF- und UHF-Bereich wird das Signal über entsprechende Bandpassfilter geführt, ansonsten kann auch ungefiltert direkt nach dem Mischer abgegriffen werden.

Neben dem eigentlichen Converter befindet sich auf der Platine ferner eine sog. Switch-Box, mit der bei Zusammenarbeit des PMSDR und einem TX, entsprechend der PMSDR von der Antenne getrennt wird. Gesteuert wird der gesamte Downconverter inkl. Switch-Box über den PMSDR bzw. die genutzte Software (WinRad).

Der als Zusatzbaugruppe ausgelegte Downconverter, der so ausgelegt ist, dass er im PMSDR-Gehäuse seinen Platz findet, ist insb. preislich sehr interessant. Mit 225,- Euro ist dieser Down- Converter erheblich günstiger als das von Woodbox angekündigte Gerät ADD-270H für den Perseus.

Besonders interessant ist, dass der ADD-270H von der Firma RF<->System hergestellt wird. Dieser Hersteller zeichnet ebenfalls für die Herstellung des PMSDR verantwortlich. Der Blick auf die Spezifikationen der beiden Geräte offenbart eine unheimliche Nähe… wenn da nur nicht der Preis wäre.

Ich habe mal bei RF-Systems anfragt, ob es sich tatsächlich um das selbe Design handelt bzw. wo die Unterschiede liegen.  Die Antwort ist leider etwas dürftig.

Die Antwort im original Wortlaut:

„Fuer den ADD270 wird der gleiche OL verwendet. Weiters ist das Schaltungsprinzip des HF-Teils dem PMSDR-Downconverter etwas ähnlich.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Geräten sind für den ADD270 folgende:

1. +17dBm LO
2. Temperaturstabilisierter LO
3. High-speed USB-HUB
4. CAT Controller mit USB-RS232 Emulation
5. Eigenständiger Betrieb ohne PC
6. An einer Vielzahl von Empfängern verwendbar

MfG,
Martin Pernter
RF SYSTEM“

Aha!? Ich frage mich, wie es der gleiche OL sein kann, wenn der im ADD270 doch ein TCXO sein soll – im PMSDR-Downconverter ist ein Si570 als LO tätig. Meines Wissens gibt es den Si570 nicht als TCXO. Daher kann ich mir nur vorstellen, dass mit einem PTC-Thermistor versehen wurde, ähnlich dieser Beschreibung bzw. wie der FA-SY. Ob diese Modifikation von RF System den Preisunterschied von fast 400,- rechtfertigt sei mal dahin gestellt….

Nachtrag: RF-Systems teilte mir auf Anfrage mit, dass der XO mittels PID-Regler entsprechend temperaturgesteuert wird.

Hier gibt es die bisher veröffentlichten Infos zum Downconverter.

73, Alexander

Nachtrag, 20.7.2010:

Heute habe ich von Woodbox Radio eine Antwort auf meine Preis und Lieferzeitpunktanfrage bekommen. Hier die Antwort:

„Thank you for interest in our products.

The downconverter ADD270H wil lbe available for the end of Semptember / first October.
The retail price is not fixed at today, it will be in the 600,00 Euro range.

Thank you again and kind regards.

Giuseppe Campana

woodboxradio.com „